1979 Die
Genossenschaft
KUKUZ (Kulinarisches Kulturzentrum) wird
gegründet.
1980 (Ende)
Das
KUKUZ
kauft
die Liegenschaft Quartiergasse 17/19 mit
dem fast 100 jährigen Restaurant Brasserie Lorraine. Das Ziel ist
eine kollektiv geführte Genossenschaftsbeiz zu eröffnen.
1981 20
Leute gründen
die Genossenschaft Restaurant Brasserie
Lorraine und pachten es von der Genossenschaft KUKUZ.
In viel Eigenarbeit wird die Beiz sanft renoviert und im November 1981
eröffnet. Die erste Zeit ist geprägt von Jugendunruhen rund
um die Reithalle und das Zaffaraya und dem Misstrauen der Leute im
Quartier. Den "Chaoten" wurde genau auf die Finger geschaut. Um damals
noch 23:25 Uhr stand die Polizei bereit, um zu kontrollieren, ob die
Sperrstunde eingehalten wird.
1980 - 1995
Die Brass
führte sich basisdemokratisch.
Anfänglich durften interessierte Gäste an den Sitzungen
teilnehmen und mitentscheiden. Neben dem Beizenbetrieb fanden immer
auch kulturelle Anlässe wie politische Aktionen statt.
1990 - 2000
Die Konkurrenz
wuchs. Die unkonventionelle Betriebsform
allein lockte niemanden mehr in die Brass. Die Gäste wollten
schnell und korrekt bedient werden.
Gleichzeitig gingen andere selbstverwaltete Betriebe mehr und mehr zu
hierarchischen Strukturen über. Auch innerhalb des
Brass-Kollektivs musste der Gedanke "wir gegen die Gesellschaft"
gewissen ökonomischen Überlegungen Platz machen. Der Wunsch
nach mehr Professionalität wird laut. Wie weiter ohne unsere
Grundsätze zu verleugnen? An Sitzungen scheinen sich
verschiedenste politische Vorstellungen zum Teil nur noch am Rande mit
der täglichen Arbeit vereinbaren zu lassen.
1998 - 2003
Versuch, die
Beiz auf BIO umzustellen, mit dem
langfristigen Ziel, ein Betrieb mit dem BIO Zertifikat "Knospe" zu
werden. Aber wir waren der Zeit voraus. Die BIO Auslieferungen hatten
damals ein Sortiment, das vornehmlich auf BIO-Läden ausgerichtet
war. Es gab wenig Produkte, die sich für die Gastronomie eigneten
(Haltbarkeit, Grossmengeneinheiten, zu lange Anlieferungswege,
Qualität und Preis). So haben wir dann später gewisse
Produkte wieder konventionell eingekauft. Wir sind aus diversen
Gründen davon abgekommen die Knospe bekommen zu wollen. Wir hatten
weder den Standort noch die Gäste, die solcherart teure Preise zu
bezahlen gewillt waren. Deshalb hat sich unser Betrieb auf eine Art
"BIO light" eingependelt. Ca. 90% der Lebensmittel und die Hälfte
der Getränke sind "BIO".
2004 - Heute Vieles hat
sich geändert. Einerseits sind immer
noch junge Leute bereit bei uns zu arbeiten, wenngleich der politische
Anspruch teilweise fehlt. Der "Feind" ist nicht
für alle der Gleiche. Zudem fehlt mehr und mehr der Blick
fürs Ganze. Anderseits arbeiten bei uns Kollektivmitglieder, die
den Betrieb zum Teil schon 5 bis 10 Jahre mittragen und auch mitprägen.
Das hat sich so ergeben, dass war nicht ihr Wille.